« Familie BURON - Die Geschichte meiner Vorfahren »


Die Zeit in der Ukraine


In Neu-Strymba


Umsiedlung


Ansiedlung in Polen


Auf der Flucht


In Deutschland

Willkommen - Welcome

Das Wichtigste überhaupt ist die eigene Herkunft. Nur in Vergangenem kann man erkennen und damit auch für die Zukunft lernen.

Bessarabien ist ein kleines Land mit weiten Steppen, fruchtbarem Boden und welligen Hügeln zwischen den Flüssen Dniestr und Pruth. Klein, aber mit bewegter Historie. Heute, etwas in seiner Ausdehnung geschrumpft, heißt es Moldawien. Die Hauptstadt ist Kishineff oder Kishinau, je nach Landessprache.

Bis 1812 gehörte es zum Fürstentum Moldau, kam ab 1812 zum Herrschaftsbereich des russischen Zaren Alexander des I. , gehörte später zu Rumänien, fiel wieder zurück an die damalige Sowjetunion, war im 2. Weltkrieg von den Deutschen besetzt worden und erst ab 1991 wurde der größte Teil Bessarabiens zur unabhängigen Republik.

In erschreckender Schnelligkeit sind seine Bewohner angesiedelt, wieder vertrieben, enteignet, verbannt oder gar ermordet worden. Die zahlreichen Nationalitäten, Rumänen bzw. Moldawier, Armenier, Ruthenen, Lipowaner, Juden, Gagausen, Slowaken, Polen, Roma, Bulgaren, Ukrainer und Deutsche, waren immer Spielball der Mächtigen gewesen.

Mit diesen Worten beginnt auch mein Film über "Die vergessenen Dörfer", gemeint jene Region des Nordens, in denen auch meine Vorfahren väterlicherseits zu Hause waren. Rund 80 Jahre lebten sie in diesem Land, zuvor in Galizien und Podolien, waren noch davor teilweise im Brandenburgischen und rund um Posen beheimatet, weil die Buron schon als Hugenotten dorthin hatten fliehen müssen. Die größmütterliche Linie Fleck hat noch eine andere herkunft. Insgesamt waren sie über Jahrhunderte gewandert. 

Neu-Strymba hieß das Dorf im Norden Bessarabiens, wo sie bis zu ihrer "Umsiedlung", in Wirklichkeit Flucht und Vertreibung, gelebt hatten. Ihr Leben und das der Menschen des Nordens, jener in Neu-Strymba, Scholtoi, Ryschkanowka, Glückstal und Naslawtscha, war schon immer ein anders gewesen, als das der Deutschen, die sich im Süden Bessarabiens angesiedelt hatten und zu Zeiten Katharinas der Großen überwiegend aus Süddeutschland zugewandert waren.

"Deutsch" hat also bei meinen Vorfahren noch einen anderen Hintergrund.

Die deutschstämmigen Bessarabier des Nordens waren fleißig, aber arm. Ärmer als ihre „deutschen Landesgenossen“ im Süden. Sie hatten es schwerer gehabt, dort zu überleben, und es dennoch bewältigt. Das zeugt von besonderer Zähigkeit, aber auch von spezifischem Geschick und einem hohen Anpassungsgrad sowie viel Toleranz und Menschlichkeit, gerade in Hinsicht auf das bunte Völkergemisch in ihren Dörfern. Sie haben diese Fähigkeiten entwickeln müssen, ihr Überlebenskampf war ein anderer, weil ihre Vergangenheit eine andere war.

Den langen Weg der Bessarabier, und hier speziell der früheren deutschsprachigen Bewohner der wenigen Siedlungen im Norden Bessarabiens, habe ich daher in meinen beiden Videos umfassend aufgearbeitet. Gerade sie haben es verdient, besonders hervorgehoben zu werden. Und dass es ausgerechnet meine Vorfahren, meine Familie gewesen ist, die ihnen angehörte, macht mich besonders stolz.

 

Das große Foto (von Olaf Hollinger) zeigt das heutige Neu-Strymba. Genau den Teil, in dem meine Familie in Bessarabien bis Oktober 1940 lebte.


 

 

 

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