Die wichtigsten Personen der Familie Taubert

Meine Mutter

 

Geboren wurde sie in Aspach. Sie war eine sehr ruhige und warmherzige Frau, aber auch stark und "distanziert". Über ihre Wünsche und Träume hatte sie zu mir erst in der letzten Zeit gesprochen. Sie gehörte eben zur verschwiegenen und funktionierenden Kriegsgeneration.Sie war von ihrem Tun immer für die Familie da, hat hart gearbeitet und nie wirklich gelebt. Als ihr Bruder Hartwig mit 12 Jahren starb, war sie die älteste von später drei Kindern. Sie hat die jüngeren Brüder betreut, wenn die Großeltern auf dem Feld waren, lernte fleißig in der Schule, die auf dem Dorf Metebach zu der Zeit nur aus einer gemeinsamen Klasse bestand, absolvierte ihr Pflichtjahr beim Großbauern des Dorfes und fuhr später zum Arbeiten Tag für Tag mit dem Rad nach Gotha und wieder zurück. Sie erzählte von den Fliegerangriffen und wie sie sich dann in die Gräben warfen, dass sie sich vor den Russen in der Scheune versteckten und um den Krahnberg einen großen Bogen machten, weil die Besatzer dort stationiert waren. Der Krahnberg blieb von da an "Russengebiet" und für alle tabu. Vor meinem Vater war sie mit einem Mann namens Kurt verlobt gewesen, der im Krieg gefallen war.

So "gehorsam" lebte sie dann auch weiterhin, arbeite in der Landwirtschaft, versorgte Familie, Haus und Garten und pflegte ihre beiden Eltern bis zu deren Tod. Ich kenne sie ständig arbeitend... und meist schweigend, oft innerlich abwesend. Ihren Willen setzte sie dennoch durch, halt auf ihre Weise. Sie war daher immer der eigentliche Kern der Familie. Aber sie konnte eben auch schmerzhaft hart sein. In den vergangenen Jahren hatte sie ein wenig mehr mehr über ihre Gefühle gesprochen.

Am 04. Dezember 2017 habe ich sie in den Tod begleitet, nachdem ich sie längere Zeit zu Hause gepflegt hatte.


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