|
Hier ist mein empfohlener
externer Link.
Die Karte der Auswanderungs- und Umsiedlungswege meiner Vorfahren gibt es unter
diesem
Link.
Jüdische Verweise
Buron ist in den Listen der Holocaust-Opfer, Fleck unter den jüdischen Namen Galiziens zu finden...
|
Stories - Überlieferte ErzählungenWen wundert es, dass Hoffnung aufkeimte, als es 1940 für die Menschen "Heim ins Reich" hieß, nachdem Bessarabien von den Deutschen besetzt worden war. Die vorangegangenen Wirrungen haben ganz sicher dazu beigetragen. Sie hatten lange Zeit in Wieselburg an der Erlauf/Österreich verbracht und nicht gewusst, wie und wann es weitergeht. Es ging auch nicht nach deutschland sondern nach Polen ins Lubliner Land, Kreis Zamosc, wo mein Großvater Dorfschulze in Laziska gewesen ist. Dieses Dorf gehörte zu Skierbieszów.
Großvater Jakob und Vater Alfred in Laziska
Er war sogar beliebt, sagt mein Vater, weil er zu den wenigen noch nicht vertriebenen Polen freundlich und gerecht gewesen sei, und hat somit einige Geschichten um sich gerankt. Vielleicht, weil er und die Familie ja auch überall selbst vertrieben wurden und verstehen konnten? Die wenigen verbliebenen Polen im Ort gehörten zu jenen, die nicht nach Deutschland zur Zwangsarbeit oder in die Lager abtransportiert wurden. Vielleicht auch mehr aus Angst vor den Überfällen der Partisanen, die es dadurch in Laziska nicht gab? Zudem sprach mein Großvater bestens Polnisch (aufgrund seiner polnischen Verwandten). Auch das trug dazu dabei, das Dorf von den Überfällen der Partisanen zu verschonen. Er war in der Lage zu verhandeln... Ein sonniger Herbsttag im Jahre 1943. Auf dem Hauptplatz von Skierbieszów im Lubliner Land stehen Hunderte Polen. Sie haben den Befehl erhalten, das Letzte, was ihre Familien vor dem Hungertod rettet, dem Deutschen Reich zur Verfügung zu stellen: die einzige Kuh im Stall. Der Dorfschulze vom benachbarten Laziska geht auf den verantwortlichen Hauptsturmbannführer zu und versucht ihn zu überreden, den polnischen Familien wenigstens das zum Überleben zu lassen. Er bewirkt tatsächlich, dass der SS-Mann einen Kompromiss schließt und zustimmt, dass ein Teil der Polen ihre Kühe behalten dürften. Doch der Dorfschulze ruft in die Menge, das sie alle ihre Kühe behalten und zurück nach Hause gehen sollen. Ein jubelnder, unbeschreiblicher Aufschrei hundertfacher Stimmen, doch dann richtet der Hauptsturmbannführer seine Pistole auf ihn... Es ging gut aus, sonst hätte ich natürlich den Großvater nicht selber kennengelernt. Mein Vater vermutet, dass ihn sein Freund Friedrich Nunnweiler vor dem Erschießen gerettet hatte, der Bürgermeister von Skierbiszów gewesen war. Dieser wurde auch sein Nachbar in Metebach. (Ein Bruder meiner Mutter heiratete im übrigen später eine Frau aus seiner Familie. Es gibt manchmal merkwürdige Zufälle.)
Vater (Mitte) in Laziska
Die Überfälle der Partisanen versetzten alle Bessarabiendeutschen in Schrecken und Angst. In einem Nachbardorf (zu Skierbieszów gehörend) wurden die Bewohner hingemetzelt, auch die Kinder. Mit einem toten Baby wurde das Wort 'Faschist' in den Schnee gezogen. Mein Vater hat es gesehen, er war entsetzt über diese Grausamkeit. Es waren Vergeltungsaktionen, heißt es, doch WEM wurde 'vergolten'? Und dieser Vergeltung folgte die der anderen nach. So ein sinnloses Schlachten... Es waren Opfer einer wahnsinnigen Maschinerie, genau wie sie. Es wurden Polen erschlagen, woanders erschoss die SS weitere, und im Gegenzug erschoss der Partisan ein Mädchen, raubte Höfe aus.... Er habe nur sein Hab und Gut verteidigt, sagt der, der Betroffener war... Unrecht - was ist Unrecht, wer war Vertriebener, wer Besetzer? Jeder hatte verloren, keiner gewonnen. Nicht nur hier, es zieht sich durch die Länder und die Geschichte. Und alle suchen nach dem, der den ersten Stein geworfen hatte. Bis dahin schlagen sie sich wegen dem "tausendsten Stein" die Köpfe ein. 'Geworfen' haben gewiss nicht jene, die ausbaden mussten, wo es anderen um die pure Machtausübung ging, um Bereicherung, endend im Irrsinn und in Massenmord. Diese 'anderen' sitzen noch heute in ihren Firmen, vielfach durch die Judenvernichtung "bekommen", schieben Verantwortung ab, weil es schließlich die Väter waren, die Hitler und 'die Partei' in den Sessel hoben. Oder Stalins Erben... Sie heben das Glas und stoßen auf ihre Väter an, die ihnen den Grundstein für das Heute legten. Um jemanden zu be- oder zu verurteilen muss man in dem einen Moment in der gleichen Lage und Haut des anderen gewesen sein, erst 'meilenweit in den Mokassins des anderen laufen', wie eine indianische Weisheit sagt. Die Geschichte ist immer zuvorderst die Geschichte von Einzelnen. Mein Urgroßvater Wilhelm starb noch 1944 in Polen. Er hat Deutschland nie gesehen. Wie viele unerzählte Erlebnisse nahm er mit ins Grab?
|
Historisches
Zarin Katharina II. die Große ließ im Jahre 1763 in Deutschland Siedler anwerben. Die planmäßige Ansiedlung von Deutschen wurde unter den Zaren Paul I. (1796-1801) und Alexander I. (1801 -1825) fortgesetzt. Die ersten Kolonisten... Der Mensch ist ein Zug, seine Vorfahren reisen immer mit. |