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Die Karte der Auswanderungs- und Umsiedlungswege meiner Vorfahren gibt es unter diesem Link.
  Jüdische Verweise
Buron ist in den Listen der Holocaust-Opfer, Fleck unter den jüdischen Namen Galiziens zu finden...

Jüdische Verweise

Sprache

Bereits als Kind war mir aufgefallen wie eigenartig sich meine Großeltern und der Vater unterhielten, obwohl die Oma noch ein wenig "anders sprach". Ich maß dem allerdings erst Bedeutung bei, als ich jiddische Liedern hörte. Es klang so verdammt ähnlich. Und wenn vielleicht gar noch Besuch von anderen Verwandten kam, konnte ich sie kaum noch verstehen. Das wäre Bessarabiendeutsch, sagten sie. Möglich, auch dies klingt sehr ähnlich und erinnerte mich sogar gelegentlich ans Schwäbische.

Das Internet ermöglichte mir später beide Sprachklänge zu vergleichen: die der Bessarabiendeutschen und Jiddisch. Es unterschied sich. Zumindest meine Oma sprach demnach dem Jiddischen ähnliche Laute und Worte. Hier ein paar Beispiele, die mir noch heute im Ohr sind:

bejmelech (Bäumchen),
' ss iz a schandeh far di kinder, (oder kinner oder kindr)

Oder Worte wie iber (über), dos Umglik (das Unglück), di Bashuldikung (Beschuldigung), ariber (herüber), Zuntik (Sonntag), Montik (Montag), Friling (Frühling), kimst oder kimsht (kommen), ane (her), ahin (dort), emez - etwas.

Ganz besonders aufgefallen war mir, dass es kein ü gab, es war immer ein deutliches i, das o wurde oft zum a. Eine Besonderheit gab es auch bei den Buchstaben g und k (oft wie vertauscht). Noch heute spricht mein Vater mit diesem Klang. Speziell aufgefallen sind mir die Worte für Vater und Mutter =Tatheh und Mameh, sowie die Verwendung der Personalpronomen Ich und Wir als Mir, Du = Ir, Er = Zey

Wer etwas mehr über diese Sprache nachlesen möchte, ist auf dieser Seite richtig. Oder hören Sie sich einfach den Mitschnitt einer unterhaltsamen Radiosendung über die Wörter jiddischer Herkunft in der deutschen Sprache an, in der man auch jiddische Liedbeispiele hören kann.

Namen und 'Stedtl'

Die falsche Angabe der Geburtsorte in allen Belegen und Unterlagen, die aggressiv ablehnende Haltung der Großmutter bei eintreffenden Suchanfragen des DRK (sie wanderten stets in den Ofen), ihre Bemerkung, als der Krieg in Israel ausbrach ("Sieht du, da hättest du mich nicht hingebracht" - natürlich in ihrem Dialekt)... es waren und bleiben große Rätsel. Einiges davon scheint sich anderweitig aufgeklärt zu haben (siehe Seite Personen), manches bleibt wohl ewig im Dunkel.

Buron - der Familienname ist ein Hugenottenname, weshalb auch in den Listen der Holocaust-Opfer zu finden mir unerklärlich.

Brüder meines Urgroßvaters hießen Samuel und Jakob (auch der Vorname meines Großvaters). Sie siedelten nicht "zurück ins Reich", sondern gingen bereits Jahre zuvor nach Amerika. Beide Vornamen gab es jedoch durchaus auch in anderen Familien Bessarabiens.

Wie der Familienname korrekt lautet, das konnten sie mir selbst nicht sagen. In der Ukraine hätte man sie manchmal Buran genannt, gelegentlich auch Buro oder Baran, sagten sie. Auch die schweibweise Burron existiert.

Der Name Baran ist jüdischen Ursprungs, scheint aber in meiner Familie wirklich nur als "typisch russische Schreibweise" vorzukommen (übersetzt: Schneesturm).

Baran - Patronymic or East Ashkenazic nickname for Baranov, meaning ram. Given to a forceful or lusty man or else a shepard. (Hanks and Hodges, 1998)

Baron - form of bar aron, son of Aaron; indicates priestly descent (Kaganoff, 1977).

Ich sehe es als unwahrscheinlich, dass die Linie Buron einen jüdischen Hintergrund hatte.

Bei der Familie meiner Großmutter bin ich mir da nicht so sicher.

Der Name Fleck (großmütterliche Linie) ist häufig unter den jüdischen Familiennamen Galiziens zu finden. Die Familie Fleck lebte gesichert vor dem Aufenthalt in Bessarabien im Kreis Samburg/Sambor, Galizien. (siehe Link Galizien)

- Link jüdische Familiennamen in Galizien

Die Dörfer in der Ukraine und Polen, in denen einige ihrer Vorfahren lebten, werden auch als jüdische Stedtl ausgewiesen (Lipkani, Lipcani). Doch auch Protestanten und Katholiken waren in diesen Gebieten und Dörfern. Die von mir belegte Familie der Großmutter war sowohl protestantisch, als auch katholisch. Mein Urgroßvater Stefan Fleck wechselte 1900 seine Konfession (urkundlich belegt). Dessen Vater

Franz Fleck  kam 1861 nach Russland.

Es könnte allerdings durchaus möglich sein, auch aufgrund ihrer gesamten Geschichte. Als es 1940 "Heim ins Reich" ging, hätte sie es als Jude nicht überlebt, denn auch die "Volksdeutschen" wurden bei der Umsiedlung auf ihren 'rassischen Wert' überprüft. Was wenn deren Papiere und "erfassten Merkmale" bereits auf jüdischen Ursprung hingewiesen hätten? Weshalb das Vernichten ihrer Geburtsurkunde?

Ganz eindeutig werde ich das wohl nie aufklären können.

Hier die Einstufungskategorien der Russlanddeutschen.

Vermutlich ist auch die Familie Buron direkt aus dem Elsass bereits im 18. Jahrhundert ausgewandert, wahrscheinlich zunächst nach Posen.

"Im Elsass, wo damals die große Mehrheit der französischen Juden lebte, war der Zeitraum vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von einer virulenten Judenfeindschaft geprägt. Gegner einer jüdischen Emanzipation verfassten Schmähschriften, Beamte diskriminierten weiterhin jüdische Bürger und pogromartige Ausschreitungen führten sporadisch zu Plünderungen und Vertreibungen.
Im Zentrum des judenfeindlichen Diskurses stand der aus dem Mittelalter stammende Vorwurf des Wuchers, d.h. der Ausbeutung der zumeist ländlichen, nichtjüdischen Bevölkerungsmehrheit durch wucherischen Geldverleih. Die Emanzipation der Juden führte nicht zu einer Abnahme dieser Anschuldigungen. In weiten Teilen des Elsass wurden die Juden nach der bürgerlichen Gleichstellung verstärkt als die neuen skrupellosen Herrscher über das Elsass diffamiert."

(Quelle: Die Kehrseite der Emanzipation in Frankreich. Judenfeindschaft im Elsass 1778-1848 von Daniel Gerson )

Ich werde es erst klären können, wenn ich die eindeutige Ahnenreihe fertiggestellt habe. Wird noch dauern....

 

Table Heading: Government of Bessarabia (Census, 1897), Jewish Population.

Government of Bessarabia (Census, 1897), Jewish Population.

Districts Females Males Total Per Cent of the Total Population
Kishinev 25,450 27,793 53,243 19.01
Akkerman 6,016 6,266 12,282 4.64
Bendery 8,214 8,261 16,475 8.44
Byeltzy 13,493 13,768 27,261 12.89
Izmael 5,766 5,851 11,617 4.75
Orgyeyev 13,004 13,284 26,288 12.20
Soroki 15,233 15,749 30,982 14.19
Khotin 23,397 24,092 47,489 15.45
_______ ________ ________ _________
Total for Govt. 110,573 115,064 225,637 11.65

 

 

Historisches

Zarin Katharina II. die Große ließ im Jahre 1763 in Deutschland Siedler anwerben. Die planmäßige Ansiedlung von Deutschen wurde unter den Zaren Paul I. (1796-1801) und Alexander I. (1801 -1825) fortgesetzt. Die ersten Kolonisten...
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